Fallschirm

„Fallschirm" steht für das Auffangen aggressiven Verhaltens, krimineller Tendenzen und delinquenten Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Heranwachsenden.

Einrichtung

In Anlehnung an die bekannten Antiaggressionstrainings (AAT) entstand ein individuelles Programm. Fallschirm bricht die Grenzen herkömmlicher Antiaggressionstrainings indem die reinen Gruppenprozesse nicht von allen Teilnehmern durchweg besucht werden. Die Gruppenzusammensetzung wechselt und je nach der beschriebenen Problemlage können sich auch Einzeltermine ergeben, die z. B. in den Familien stattfinden bzw. ganz individuelle Problemlagen bearbeiten. Dadurch ist Fallschirm flexibel in der Besetzung und Auslastung des Trainings und bietet ein individuell zugeschnittenes Programm für die jeweiligen Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden.

Das Training besteht aus mehreren Gruppensequenzen und Einzelgesprächen sowie erlebnispädagogischen Maßnahmen (EP). Die EP- Maßnahmen werden vorwiegend von Frau Silke Stöcker (Dipl. Sportlehrerin, Sozialpädagogin) und Enrico Künzel durchgeführt. Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.kontakt-natur.de/

Die Einzel- und Gruppenprozesse werden gemeinsam bzw. wechselnd von verschiedenen MitarbeiterInnen als Trainer/innen durchgeführt. Hierbei geht es je nach Gruppenzusammensetzung und Themen um die Abdeckung des jeweils männlichen und weiblichen Parts.

Die Chancen von Fallschirm:

Mit Kindern, Jugendlichen und ggf. deren Eltern alternative Lebensentwürfe planen
Die Selbst- und Fremdwahrnehmung angleichen
Körperbeherrschung trainieren
Ruhepole erfahren

Zielgruppe

Kinder von 6-14 ggf. auch mit Eltern und oder anderen Bezugspersonen
sowie Jugendliche und junge Heranwachsende von 14-21 Jahren

Ziele

Aufarbeitung kritischer Situationen.
Erkennen von verfestigten Verhaltensmustern
Lösungsorientierte Beratung zum Umgang in konfliktgeladenen Situationen
Grenzen erkennen, Grenzerfahrungen sammeln
Geeignete Copingstrategien entwickeln, um das Aggressionspotential zu senken und delinquentes Verhalten erfolgreich zu unterbinden
Ein- und Ausstieg ist jederzeit möglich

Handlungsgrundlage

Gesetzliche Grundlagen für die Durchführung des geplanten Programms bieten das SGB VIII und das JGG. Dieses speziell entwickelte Programm impliziert zum einen außerschulische Jugendbildung im Sinne der eigenen Körpererfahrung und zum anderen eine umfassende Aufarbeitung gesellschaftlicher Normen und Werte im Bezug auf das begangene Delikt. Im Rahmen der Beratungssequenzen werden die Teilnehmer befähigt, selbständig, selbstkritisch und anerkennend einen Weg aus dem defizitären Verhalten zu finden (§11 SGB VIII). Gruppenprozesse dienen der Bewertung und Anerkennung von außen (§12 SGB VIII). Der gesamte Prozess trägt zur sozialen Integration (§13 SGB VIII) und zum Erwerb von Kritikfähigkeit und Eigenverantwortung bei (§14 SGB VIII).
„Fallschirm“ kann als Weisung von Staatsanwaltschaft, Gericht und Jugendgerichtshilfe auf unterschiedlichsten Ebenen genutzt werden (vgl. Bedarfsbeschreibung und Umsetzung), damit bedient das Projekt die §§ 10, 13 und 15 des JGG.
Die Beratungssequenzen können für jede Form der Beratung in Anspruch genommen werden.

Zuweisende Stellen

Allgemeiner Sozialer Dienst der Jugendämter
Jugendgerichtshilfe des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
und der Landeshauptstadt Dresden
Interventions- und Präventionsprojekt Dresden
Gericht
Staatsanwaltschaft
Jobcenter Sächsische Schweiz Osterzgebirge